Welche Religion? Ein Gespräch mit einem jungen Agnostiker

by BJ on June 27, 2012

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Hier ist ein echtes Beispiel von mir wie man einen Stein in den Schuh legt.  Ich hätte einige Verbesserungen gemacht, aber  meiner Meinung nach habe ich das Ziel erreicht, das Jesus in seinen Gesprächen mit solchen Menschen hatte (002 Was war das Ziel von Jesus in Glaubensgesprächen):

Ein Christ legt einen Stein in den Schuh eines Nichtchristen, wenn der Christ dem Nichtchristen so mit der Wahrheit begegnet, dass der Nichtchrist über seine Weltanschauung zum Nachdenken gebracht wird.  Er geht von dem Gespräch mit dem Stein im Schuh weg und irgendwann muss er anhalten um den drückenden Stein heraus zu nehmen und ihn zu betrachten.

In meiner englischen Förderstunde tauchte nur ein Schüler auf.  Ein sehr freundlicher und gesprächiger Typ. Da der Sommer sich näherte, fingen wir an darüber zu reden. Ich habe erwähnt, dass ich im nächstes Schuljahr nicht an der Schule unterrichten werde, weil ich einen Karrierewechsel machen würde.  Er schaute interessiert und fragte, was ich machen werde. Und dann fing ein tolles Glaubensgespräch an.

Die folgende Erinnerung ist ungefähr 95% inhaltlich so wie es wirklich war.  Aber es fand alles auf Englisch statt und verliert ein bisschen an Genauigkeit durch die Übersetzung. B (ich BJ), S (Schüler)

Missionare sind Ärzte

B: Ich möchte Studenten helfen ihren Glauben überzeugender und interessanter auszuleben.

S:Meinst du, dass du Christen helfen möchtest, bessere Missionare zu sein. (Er guckt vorsichtig)

B: Was ist ein Missionar?  Ein Missionar ist ein Mensch, der von einer Wahrheit überzeugt ist.  Und er möchte, dass andere  auch davon überzeugt werden und darauf entsprechend reagieren.  Zum Beispiel, wenn Du von einer Gruppe von korrupten Verbrecher wüßtest, die junge Mädchen entführen und zur Prostituieren zwingen würde, würdest Du diese Wahrheit anderen erzählen und hoffen, dass sie auch entsprechend etwas dagegen tun würden, oder?

S: Ja, klar.

B: Oder, lass uns sagen, dass ich Arzt wäre und ich jemanden kennen würde, der eine seltsame Krankheit hätte.  Und sagen wir so, dass ich das einzige Medikament hätte, das diese Person heilen könnte.  Es wäre unmoralisch diesem Mensch das Medikament nicht zu geben.

S: Verstehe (Und lächelt)

B: Ein Missionar ist eine Art Arzt, der die richtige Lösung zu einer geistliche Krankheit hat.  Aber alle, die von ihrer Religion überzeugt sind, sind Missionare.  Deshalb ist die Frage: “Welche Religion ist die wahre Religion?”

Subjektivismus wiederspricht sich

S: Richtig.  Deswegen denke ich, dass der Glaube eine subjektive Sache ist.  Es ist etwas Persönliches.  Glaube ist nicht objektiv.  Man kann nicht sagen, dass er richtig oder falsch ist.

B: Darf ich zu dem Dir eine kritische Frage stellen?

S: Natürlich.

B:  Ist es objektiv wahr, dass Glaube nur subjektiv ist?

S: Ja, dass würde ich sagen. In unsem Philosophieunterricht haben wir dieses Problem diskutiert, aber ich denke, das Glaube subjektiv ist.

B: (Ich merke, dass er die Kritik nicht gesehen hat.) Dann IST es eine objektive Aussage, dass jeder Glauben subjektiv ist.

S: (Er lächelt. Er hat es begriffen. Dann ist er in seinem Gedanken stecken geblieben. )

B: Philosophen nennen diese problematische Aussagen: selbstbezüglich ungültig. (Verwirrter Blick) Ich gebe Dir ein Beispiel.

S: Danke.

B: (Dann fing ich an diesen englischen Satz auf dem Zettel zu schreiben.) “All English sentences have no more that five words in them.”  Wie viele Wörter sind in dem Satz? (Er antwortete nicht, weil es ihm klar war, dass es mehr als fünf Wöter waren.) Dieser Satz behauptet etwas über die ganze Realität. (Ich kreise den Satz und male einen Pfeil, der von dem Kreis ein Bogen macht und wieder auf den Kreis zeigt.) Aber wenn er auf den Satz selber bezogen wird, kann er nicht seine eigene Bedingung erfüllen.  Deshalb macht die Behauptung sich selber zunichte.

(Ich schreibe den Satz: “Es ist objektiv, dass jeder Glauben nur subjektiv sind.” Dann habe ich ihn auch umkreist und den Pfeil gemalt.)  Das gleiche Problem ist mit dieser Behauptung, weil sie auf die ganze Realität bezogen ist.  Und diese Aussage kann ihre eigene Bedingung nicht erfüllen, deshalb ist sie “selbstbezüglich ungültig”. ( Ich hätte sagen sollen, das was Greg Koukle immer sagt, dass die Behauptung nämlich Selbstmord begeht.)

Wie viele Tischbeine siehst Du?

S: Ich sehe, dass Du das Wort ‘nur’ in meine Aussage reingetan hast.

B: Gut aufgepasst!  Ich glaube auch, dass Glaube subjektiv ist, aber nicht ‘nur’ subjektiv ist, sondern auch objektiv.

S: Okay. (Er scheint an meiner Meinung interessiert.)

B: Wenn wir beide ein Meßband hätten und vorsichtig wären, könnten wir diesen Tisch messen und die gleichen Ergebnisse bekommen.

S: Richtig.

B: Das wäre eine objektive Behauptung.  Aber wie viele Beine siehst Du?

S: Keine. (Ein Tisch war zwischen ihm und diesem Tisch.)

B: Ich sehe zwei.  Du siehst wirklich keine und ich sehe wirklich zwei.  Die sind zwei wahre und subjektive Behauptungen.  Und lass uns sagen, dass Du diesen Tisch 10 Jahre später auf dem Flomarkt siehst.  Du würdest nicht nur zwei oder drei Beine sehen, sondern würdest Du auch das Kunstzimmer in diesem Gymnasium sehen.  Und wirklich sehen.  Deswegen ist alles, was wir über Realität sagen, subjektiv, aber eben nicht nur.  Religionen behaupten etwas daüber, wie Realität ist, und sie könnten sowohl subjektiv als auch objektiv wahr sein.  Man kann sie persönlich und authentisch erfahren, aber auch mit einem “Meßband” beurteilen.

Jetzt lass uns das auf Religionen beziehen.

Bergmodel aller Religionen

S: O.k. (Er guckt auf das Blatt, worauf ich jetzt male.  Ich male einen Berg und schreibe “Gott/ultimative Realität” über den Gipfel.)

B: Jeder Mensch fängt am Fuße des Berges an.  (Ich male dort zwei kleine Figuren.) Manche Religionen haben ein langen, aber leichteren Weg nach oben, aber andere haben einen direkten, aber härteren Weg.  Und wer oder was am Gipfel ist, kommt auf deine Religion an, z.B. Gott, Allah, Nirvana, usw.  Die Menschen glauben authentisch, dass ihr Weg der Beste ist, sonst würden sie nicht darauf bleiben, oder?

Eine Skitze von zwei verschiedenen Wege zu ultimativer Realität (Gott, Allah, Nirvana , usw.). Aber beide Wege erreichen dasselbe Ziel.

Berg der ultimativen Realität

S: Klar.

B: Je näher sie zum Gipfel kommen, umso mehr merken sie, dass es die anderen Menschen auch zum Gipfel schaffen können.  Ein schönes Bild von allen Religionen.  Ich finde es sehr attraktiv. Es erkennt, dass verschiedene Menschen mit verschiedenen Religionen authentisch glauben können.  Es inspiriert ein tolerantes Verhalten gegenüber anderen Religionen.  Aber es gibt 3 Probleme mit diesem Bild.  Siehst Du vielleicht eines?

S: Im Moment nicht.

B: Du bist Atheist, oder?  Das hast Du im letzten Unterricht erwähnt.

S: Naja, ich glaube an keinen Mann, der oben sitzt und alles bestimmt.  (Hier haben wir fünf Minuten oder so über das geredet, was er glaubt.  Zusammengefaßt:  Er ist ein schwacher Agnostiker: Jemand, der nicht weiss, ob es einen Gott gibt, und daran zweifelt, dass man das herausfinden kann.  Aber er glaubt, dass alles nicht nur Zufall sein kann und, dass das Leben einen Sinn hat. Ein starker Agnostiker glaubt, dass man nichts wissen kann.)

B: Wenn Du ein Atheist wärst, dann hättest Du dieses Bild nicht akzeptieren können.  Denn für dich gäbe es gar nichts am Gipfel (kreuzte “Gott/ultimative Realität” aus) , und so gäbe es in der Wirklichkeit keinen Berg (kreuzte das ganze Bild aus.).  Das wäre Dein Problem gewesen.

Aber es gibt zwei andere Probleme:  Was würde Jesus oder Mohammed von diesem Bild halten?

S:  Christen und Muslime haben den gleichen Gott. Sie sind so ähnlich.

B: Aber ist das, was Du denkst, oder das, was Jesus und Mohammed sagen würden.

S: Davon weiß ich nicht genug.

B:  Jesus sagte, dass er der Weg, die Wahrheit und das Leben ist, und außer durch ihn, kann keiner es zum Gott der Vater schaffen. Er würde sagen, dass dieses Bild von Realität falsch sei, weil alle andere Religionen nicht zum Gott führen.  Mohammed würde dieses Bild auch nicht akzeptieren.  Christentum und Islam und auch fast alle Religionen sind ausschließlich.  Das ist das zweite Problem.

Dass dieses Bild die Unterschiede von den Religion nicht ausreichend wahrnimmt, ist das dritte Problem.  Zen Buddhisten glauben, dass Nichts am Gipfel ist.  Sie sind praktisch Atheisten.  Christen glauben, dass Gott da ist.  Nichts und Gott können nicht gleichzeitig dort oben sein.  Das wiederspricht sich.

Aber ich male ein anderes Bild, welches mener Meinung nach eine bessere Erklärung ist.

(Dann zeichne ich eine Kiste mit drei Eingängen und versuche mit abbiegenden Korridoren die Kiste auszufüllen.  Zwei davon beenden in einer Sackkasse, aber der dritte erreicht das Zentrum.  Ehrlich gesagt, war es ziemlich mühsam zu malen.)

Labyrinthmodel aller Religionen

B: Und was ist es? (Mit Kindergartenstolz)

S: Ein Labyrinth.

B: Richtig erkannt.  In der Wirklichkeit würde das Labrinth so viele Eingänge haben, wie es Religionen auf der Welt gibt, aber hier um des Argumentes willen nehmen wir nur drei. (Ich zeichne drei Männchen, die Christentum, Islam und Buddhismus

Wenn Realität wie dieses Labyrinth ist, dann gibt es einen richtigen Weg zu ultimativer Realität und die andere sind falsch.

Labyrinth der ultimativen Realität

entsprechend vertreten.)  Diese drei gehen ins Labyrinth rein um das Ziel zu finden.  Manche Korridore laufen parallel.  Das symbolisiert, dass verschiedene Religionen oft viele Ähnlichkeiten haben.  Wir sind nämlich alle Menschen, also ist es nicht bewundernswert.  Trotzdem gibt es nur ein Ziel.  Nur ein Weg ist richtig und die anderen sind falsch.

S: Ja, aber ich glaube, dass es mindestens drei oder vier Wege gibt, die zum Ziel führen.  Es muss nicht unbedingt einen Weg geben.

B: Veilleicht hast Du Recht.  Aber Du schließt immer noch die hunderte von Religionen aus, die nicht  zu den vier Großen gehören.  Dieses Labyrinthmodel wird dadurch nicht geschadet.  Beziehungsweise musst du sagen, dass alle andere Religionen falsch sind, weil sie nicht zum Ziel führen.

S: Dann muss man umdrehen und den richtigen Weg finden….Aber das ist fast unmöglich. (Ich sehe in seinen Augen diese Szenen von Filmen mit Labyrinths, wo am Anfang der Hauptdarsteller über das massive Labyrinth mit einem Schloss in der Mitte blickt.)

B: Wenn er ein fairer Gott ist, dann gibt er uns genügend Zeit.  (Ich denke an den Versen  in Apostelsgeschichte 17:26-27, die Paulus gesagt hat.)  Aber das ist eine theologische Frage.  Der islamische Gott ist nicht so fair wie der Gott der Bibel, zum Beispiel.  Unsere Konversation behandelt aber eine prätheologische Frage: Ist es sinnvoller, dieses oder jenes Bild zu akzeptieren?

Mit dem Labyrinth löst man die drei Probleme, die das Bergmodel hat.  Ein Atheist könnte dieses Bild annehmen, weil es im Zentrum  vielleicht keinen Gott gibt, aber das Bergbild nicht.  Fast alle Religionsgründer könnten das Labyrinthbild annehmen, weil sie glauben, dass ihre Religion ausschließlich zum Zentrum führt.  Auch die Ähnlichkeiten und Unterschiede werden besser wahrgenommen, indem einige Wege parallel und verschlungen laufen und trotzdem auf etwas unterschiedlich zielen.

Und ein letzter Punkt, der sehr wichtig ist:  Das Labyrinthmodel entspricht unsere Erfahrung der Entdeckung.

Wenn wir auf der Suche nach einer Antwort sind, müssen wir uns bemühen, sie zu finden.  Es gibt richtige und falsche Antworten.  Mit dem Bergbild gibt es keine tatsächliche Entdeckung, weil alle Wege richtig sind.  Man muss nicht umdrehen oder anderen zuhören.  Man kann einfach faul sein.  Aber mit dem Labyrinth darf man tiefe Frage stellen und wahre Antworten finden.  Um umzudrehen braucht man viel Demut und muss man einen Preis bezahlen.  Für Wahrheit haben viele mit ihrem Leben bezahlt.

Aber mit so viele Religionen, wo sollen wir anfangen?

Mit welcher Religion sollte ich anfangen?

S: Ja, wie gesagt: Es ist unmöglich.

B: Ich gebe Dir einen Vorschlag, wo man gut anfangen kann. Und jetzt werde ich theologisch, ist das okay?

S: Klar.

B: Es gibt einen Mensch, den alle auf ihrem Team haben wollen.  Fast jede Religion versucht ihn in ihr Glaubensystem einzuordnen.  Er ist so besonders, dass die Religionen ihn nicht ignorieren können.  Und ich schlage Dir vor, dass Du mit der Religion anfangen solltest, die diesen Mensch im Zentrum stellt.  (Er lächelt, weil er weiß, von wem ich spreche.)

Der Mann ist Jesus.

Alle wollen ihn in ihrem Team.  Und seine Religion ist das Christentum.  Und die größte Frage über ihn ist folgendes:

Wer war Jesus?

(Der Schulglocke klingelt und wir beenden das Gespräch in der  Gegenwart Gottes. Ich hoffe, dass er die Antwort herausfindet.)

B: Wieso brauchst Du eigentlich eine Englischförderstunde?

S: Ja, meine schriftlichen Noten sind ziemlich schlecht.

B: Das verstehe ich nicht.  Du hast ein philosophisches Gespräch auf Englisch toll gemeistert. Darauf kannst Du stolz sein.

S: Tchüß, Mr. Lee

B: Bis nächste Woche.

Fazit des Glaubensgespräches

Ich bin sehr dankbar in solchen Konversationen Apologetik gelernt zu haben.  Keine von meinen Argumente habe ich selber ausgedacht:

  1. Für den Abschnitt “Missionare als Ärzte” habe ich mit dem Thema “correspondence theory of truth” (keine Ahnung, was das auf Deutsch heißt, vielleicht Korrespondenztheorie der Wahrheit?).  Jim Warner erklärt das Thema super in seinem Artikel “Is There an Absolute Truth?
  2. Der Abschnitt “Wie viele Tischbeine siehst Du?” über subjektive und objektive Wahrheit habe ich von Ellis Potter in seinem Vortrag bei der European Leadership Forum Conference im Mai.  Aber er schreibt das auch in seinem Buch, Three Theories of Everything.

Ich habe die Berg- und Labyrinthbilder einige Male benutzt. Einen Fehler, den ich mal gemacht habe, war als ich zu früh zum Labyrinth gewechelt bin.  Mein Gesprächsparter war noch von dem Bergbild überzeugt.  Seine Weltanschauung war noch nicht destabilisiert.  Weil nur dann kann das Labyrinthbild Überzuegungskraft gewinnen.

Natürlich möchte ich solche Gespräche immer in der Kraft des Heiligen Geistes machen.  Gleichtzeitig sehe ich in den Evangelien, wie Jesus (in der Kraft des Heiligen Gesites)  Weltanschauungen erst destabilisiert hat, bevor er sich als die bessere Alternative vorgestellt hat (z.B. Der barmherzige Samariter)

Der nächste Schritt wäre nun gewesen ihm das Evangelium zu präsentieren.  Dafür bete ich.

Was hältst Du von diesem Glaubensgespräch?

 

  • Mark

    Sehr interessante und kreative Diskussion. Der Berg und das Labyrinth gefallen mir.

    [Reply]

  • BJ

    Danke Mark. Aber ich muss gestehen, dass es nicht spontan war. Ich hatte die Bilder in anderen Gespräche benutzt. Dann habe ich von den Fehlern aus jenen Glaubensgespräche gelernt.

    [Reply]

  • http://ueberschaubarerelevanz.wordpress.com/ Muriel Silberstreif

    Uiuiui, da geht vieles durcheinander. Aber ich kann zumindest sagen, dass ich auch vehement für Mission bin.

    [Reply]

    BJ Lee Reply:

    Hi Muriel. Danke für Deinen Kommentar. Aber was meinst Du mit “durcheinander”?

    [Reply]

    Muriel Silberstreif Reply:

    Ich habe nach der Lektüre dieses Gesprächs den Eindruck, dass du ihn weder informiert noch überzeugt hast, sondern so gründlich verwirrt, dass er nicht mehr wusste, wie er widersprechen soll. Atemberaubend fand ich diesen Abschnitt:
    ” Es gibt einen Mensch, den alle auf ihrem Team haben wollen. Fast jede Religion versucht ihn in ihr Glaubensystem einzuordnen. Er ist so besonders, dass die Religionen ihn nicht ignorieren können.”
    Während ich dir beim Rest der Unterhaltung den guten Willen noch abgenommen hätte, kann ich mir das nur noch durch Unehrlichkeit erklären.

    [Reply]

    BJ Lee Reply:

    Muriel, noch zwei Fragen zur Klärung:

    Was fandest Du an dem Abschnitt “Atem(be)raubend”?

    und

    Wozu soll ich einen “guten Willen’ bzw. “Unerlichkeit” gehabt haben?

    Die sind wirklich ehrliche Fragen.

    LG
    BJ

    Muriel Silberstreif Reply:

    Ich finde es atemberaubend, dass jemand im Ernst so etwas manifest Unwahres behauptet.
    “Alle” wollen Jesus “auf ihrem Team haben”? Juden, Buddhisten, Hindus, Scientologen, Zoroastrier, Wikka, Jain?
    Wer will Jesus “auf ihrem Team haben”, außer Christen (natürlich) und Muslimen (die vom gleichen Stamm abzweigen)?
    Das weißt du besser. Ich kauf dir nicht ab, dass du das wirklich glaubst.

    Muriel Silberstreif Reply:

    Ergänzung, um die Diskussion nicht unnötig ausufern zu lassen: Natürlich weiß ich, dass es zum Beispiel auch im Hinduismus und im Buddhismus Strömungen gibt, die Jesus als einen guten Lehrer ansehen, und dass manche Juden ihn auch ganz nett finden, so wie es Christen gibt, die die jüdischen Lehren teilweise toll und nachahmenswert finden, oder die buddhistischen.
    Aber dass “alle” ihn haben wollen, das ist einfach nur unehrlich.

    BJ Lee Reply:

    Muriel, dieses Gespräch ist gut. Du hilfst mir meine Sprache zu verfeinern.

    Stimmt. Ich habe “alle” gesagt in dem Satz “Alle wollen ihn in ihrem Team.” Ich hätte lieber “jene Religionen. die” gesagt um sie stärker auf den vorigen Absatz zu beziehen. Mit “alle” meinte ich, “alle von den Religionen, die versuchen, Jesus in ihr Glaubenssystem einzuordnen, ordnen ihn als positiven geistlichen Leiter ein.” Vielleicht wäre für meine Argument noch besser “Alle Weltreligionen wollen ihn in ihrem Team” gewesen.

    Aber kennst Du eine Religion, die Jesus als bedeutende geistliche Figur ablehnt? Ich kenne keine, die ihn wirklich als Lügner, falschen Lehrer oder Verrückten bezeichnen. Vielleicht sagen sie, dass das Christentum als Religion eine falsche Lehre hat, aber nicht Jesus als Person.

    Mohammed oder Buddha würden leicht von den anderen Weltreligionen als falsche Lehrer bezeichnet werden.

    Es scheint für mich am plausibelsten für jemanden, der geistliche Wahrheit sucht, dass Jesus der beste Ort ist, an dem er anfangen soll zu suchen. Wenn alle Weltreligionen in einer gemeinsamen Abstimmung nicht für den eigenen geistlichen Leiter stimmen dürften, würde Jesus wahrscheinlich gewinnen. Aber ich weiß ja, dass Politik nicht so Dein Ding ist, Muriel :-)

    Muriel Silberstreif Reply:

    Na gut, dann danke für das Zugeständnis. Finde ich ehrenwert und respektabel.
    Was deine Frage angeht: Wahrscheinlich kennst du dich in den Weltreligionen besser aus als ich, und gerade vom Judentum weiß ich eigentlich beklagenswert wenig, aber ich bin ziemlich sicher, dass es da einige Strömungen gibt, die Jesus für einen Schwindler halten. Ich weiß auch gar nicht, wie man das anders sehen kann, wenn man ihn nicht für den Sohn eines Gottes hält. Ist doch arg schwierig, sich über sowas zu täuschen.

    Wenn alle Weltreligionen in einer gemeinsamen Abstimmung nicht für den eigenen geistlichen Leiter stimmen dürften, würde Jesus wahrscheinlich gewinnen.

    Das mag sogar sein. Da wären wir dann bei der nächsten Frage, welchen Schluss das zulässt.

    Aber ich weiß ja, dass Politik nicht so Dein Ding ist, Muriel :-)

    Naja, wie man’s nimmt. Wenn du damit meinst, dass ich Beliebtheit für kein besonders überzeugendes Kriterium zur Beurteilung von Menschen wie Ideen halte, hast du Recht.

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