Unerwartete Abenteuer: Tag 3

by BJ on August 3, 2012

Mark (einer der Autoren) saß in einer Pizzeria, um für seinen Masters in Philosphie und Religion zu studieren, und dachte über die Praktikaliät dessen nach. Er liebte diese Themen, aber welchen praktischen Wert hatten sie?

Ich kann ihn komplett verstehen. Ich habe einen Masters in Hermeneutik und wundere mich über dieselbe Sache.

Der Kellner fragte ihn, wenn er irgendwelche Fragen hätte, hätte er die Antworten. Also stellte Mark eine Frage von Emmanuel Kant, hatte aber zur selben Zeit Angst, dass alle am Tisch, inklusive seiner Frau, ihn merkwürdig finden würden. Stattdessen fing aber eine bedeutsame Konversation über Gott, Astronomie und Jesus am Tisch an.

Der verrückte Mann

Ich traf einen alten, weiß- bärtigen Mann an der Alster in Hamburg, während ich auf einer Bank auf meine Frau wartete, die ein Seminar an der Musikhochschule hatte. Er ging auf Leute zu und fragte sie, was sie glaubten, das Objekt in seiner Hand sei. Er kam auch zu mir. Ich wußte die Antwort nicht. Und ich dachte, er sei verrückt.

Ich erinnere mich nicht mehr, was dann passierte, aber das Gespräch ging schnell auf die Bahn, was der Mensch sei. Es war ein spielerisches hin und her, und schon bald war mir klar, dass er ein Philosoph war. Während er die Namen von berühmten Philosophen ausspuckte, hielt er mitten im Satz inne, um mir per Handzeichen klar zu machen, dass ich seinen Satz beenden sollte.

Er war schockiert, dass ich dachte, dass Menschen im Bilde Gottes geschaffen seien.

Ich hatte noch nie so viel Spass mit einem Unbekannten.

Wir verabredeten uns noch einmal an der genau gleichen Bank in 2 Wochen zu der gleichen Zeit. Ich war mir immer noch nicht sicher, ob er nicht doch verrückt war. Leider kam ich zu spät zu unserem verabredeten Termin und ich wußte nicht, ob er gewartet hatte und dann gegangen war. Ich hatte wirklich ein schlechtes Gewissen.

Es war unvergesslich, weil seine Persönlichkeit unbeinträchtigt von der Norm war. Aber was ist mit mir?

Das ekzentrische Ich

Ich bin ein introvertierter Mensch, und es schwer für mich in der Öffentlichkeit meine wahre Persönlichkeit zu zeigen. Manchmal albere ich so viel zu Hause herum, dass selbst meine Kinder mich nicht ernst nehmen. Aber ich tendiere dazu, nicht ganz so spielerisch mit Fremden und Bekannten zu sein.

Dazu gebe ich mich nicht mit einfachen Antworten zufrieden. Ich empfange Komplexität in Diskussionen mit offenen Armen, aber ich liebe auch die erklärerische Kraft von Antworten, die ich finde. Also habe ich starke Überzeugungen, von dem ich denke, die wahr ist, aber ich mag es auch im Hinterkopf das klare Verständnis von anderen Optionen zu behalten.

Wenn ich einen Christen treffe, der eine einfache und wahre Glaubensüberzeugung hat, möchte ich ihn mit anderen Optionen herausfordern.Und wenn ich einen Christen treffe, dem die Überzeugung fehlt, möchte ich ihn mit einfachen und wahren Überzeugungen überzeugen.

Genauso weiß ich, dass Smalltalk notwendig ist. Aber nach tausenden Unterrichts- Stunden in Business- Englisch, möchte ich so schnell wie möglich in die Ansichten über die Welt von der anderen Person eindringen.

” Hattest Du ein schönes Wochenende? Toll. Was ist die Bedeutung des Lebens?”

Mein Gebet

Vater, gib mir den Mut, meine gesamte Persönlichkeit, die Du mir gegeben hast, auszudrücken. Offene Türen, damit ich mich spielerisch für Dich ausdrücken kann, in der Leitung des Heiligen Geistes.

Wieder keine evangelistische Begegnung, aber…

Ich bin ein wenig frustriert darüber, dass ich keine unerwartete evangelistische Begegnung hatte. Was ich aber bemerkt habe, war, dass ich mit meiner Familie und Freunden ein wenig spielerischer und freudiger in meinen Gesprächen war.

Es ist schrecklich, dies zu sagen, aber ich war sogar ein wenig mehr an ihnen interessiert. Eine unserer Freundinnen rief an und ich hörte alles über ihr neues Haus.

Mein Schwiegervater erzählte mir die Geschichte, dass er sich absichtlich mit 7 Jahren in ein Zimmer einschloss, in dem ein frisch gebackener Kuchen kalt wurde. Er aß den gesamten Kuchen, während seine Familie von draussen an die Tür hämmerte.

Das Ende des Tages war allerdings ein Alptraum, weil meine Kinder total schlecht drauf waren. (Meine älteste Tochter hatte ihren 1. Tag in der Vorschule, ich hätte das Drama voraussehen sollen.)

Ekzentrisch zu sein bedeutet also nicht nur , mehr Spass zu haben, sondern andere besser kennen zu lernen, indem ich so bin.

Erzähle mir von Deiner ekzentrischen Seite. Wie hat Gott diese in Glaubensgesprächen benutzt?

  • Andreas

    Es ist erfrischend zu hören, wie Du geduldig bist und statt eines unerwarteten Glaubensgesprächs eher Deinen Nächsten zuhörst. Vielleicht ist das gerade der erste Schritt.

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    BJ Lee Reply:

    Hi Andreas,

    Ja, irgendwie heißt “unerwartet” nicht “nicht warten”, und ich möchte evangelistische Gespräche nicht forcieren. Ist Zuhören auch schwer für Dich?

    [Reply]

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