Draufgänger-Dan oder Wohlbedachter-Walter? Wer ist der ideale Evangelist? (Tag 17)

by BJ on September 19, 2012

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Fernsehen kann meine Frustration mit dem Alltagsleben nähren. Meine Frau und ich mögen eine US Serie, die Burn Notice heißt. Sie handelt von einem Spion, der seinen Job verliert (sog. gebrandmarkt wird) und ein Team von hochspezialisierten Leuten zusammenstellt, um tägliche lebensbedrohliche Situationen zu lösen und seinen Job zurück zu bekommen.

Jeder Tag ist vollgepackt mit einem Ziel: zu entwischen, etwas herauszufinden, zu retten, großartig sein…

Der Abspann kommt und ich fühle mich noch stärker in meine Haltung von “mein armes Sklavenleben des Alltags” (Schniff, schniff…) zurückgeworfen.

Das ist aber nicht, was immer passiert. Ich mag es sehr, diese tollen Shows mit meiner Frau zu schauen.  Ausserdem weiß ich ja, dass dies nur Fiktion und eine entfernte Repräsentation der Realität ist. So als würde ich ein Märchen anschauen.

Ich war aber sogar noch frustrierter mit dem Eintrag von Mark Mittelberg am Tag 17 im Andachtsbuch Die unerwarteten Abenteuer: Alltägliche Risiken eingehen um mit Leuten über Jesus zu reden (Partnerlink).

Warum? Weil es eine wahre Geschichte ist, die für mich einfach unerreichbar ist.

Wahre Abenteuergeschichten können mehr frustrieren als inspirieren

Mark fragt ganz spontan seinen Pilotenfreund, ob er ihn zu einem Ort in einem Waldgebiet fliegen könnte, damit er dort seine zeltenen nicht-christlichen Freunde treffen könnte. Also steigt er ins Flugzeug, und landet auf einer abgeschiedenen Landebahn im Nirgendwo und zieht los, um das Evangelium zu seinen Freunden zu bringen.

Die Dinge laufen nicht so, wie Mark dachte, aber Gott gebrauchte ihn in anderer Hinsicht.

Ich möchte Dir erzählen, warum dies so frustrierend für mich ist. In den letzten 48 Stunden habe ich 18 Windeln  gewechselt. Wenn ich spontan in ein Flugzeug steigen würde, würde ich meine arme Frau mit einem Milch-süchtigen Neugeborenen, einer fast zweijährigen zukünftigen Olympischen Turnerin und einer 5-Jahre alten Prinzessin zurücklassen. Ich möchte nicht, dass die Geschichte damit enden wird, dass meine Frau in die Psychiatrie eingeliefert wird und dies auf der Titelseite der Zeitung erscheint, nur damit ich ein paar Kumpeln von Jesus erzäheln kann.

Ich weiß, dass Mark’s Intention war, mich in meiner Vorstellung zu stretchen, was ich werden könnte, wenn ich spontaner wäre. Und wahre Geschichten können sehr inspirierend sein, aber diese Geschichte kam einfach zu der falschen Zeit.

Ich brauche eine Abenteuergeschichte, die Baby-Aa beinhaltet. Es wird eine grüne Farbe haben.

Übrigens besitze ich eine kleine Obsession von Toiletten- Witzen in meinen ausgedachten Geschichten.

(Träumerische Hintergrundsmusik. Eingeblendet wird eine Szene, in der ich grünes Baby- Aa auf meiner Wange habe, meine neugeborene Tochter in einem Babybjörn trage und ich den Müll rausbringe. Mein Nachbar ist gleichzeitig an seiner Mülltonne, als er mich anschaut.)

Nachbar: Was ist das denn auf deinem Gesicht? (ein wenig angeekelt, versucht ein Würgen zu unterdrücken)

Ich: (wische mir meine Wange mit der Hand und bin nicht davon überrascht, grünes Baby- aa zu finden):Das ist grünes Baby-Aa.

Nachbar: Tu uns doch bitte allen den Gefallen, und schau in den Spiegel, bevor du aus dem Haus gehst.

Ich: Hab ich getan…(Der Gesichtsausdruck vom Nachbarn verändert sich von Ekel in eine verwirrte Neugierde). Aber es ist nicht die Art von Spiegel, an den du jetzt denkst (ich denke an Jakobus 1,23). Dieser Spiegel hat mich von all dem geistlichen grünen Baby- aa in mir gereinigt. Würdest du dies gerne sehen? (Ich hoffe, er denkt nicht, ich würde Baby-aa essen).

Nachbar: (Obwohl er ein wenig Angst vor dem Geruch in meinem Haus hat, erscheint er offen und interessiert. Der Heilige Geist muss wirken) Klar, ich bin interessiert. Aber du meintest eben nicht, dass du Baby-aa essen würdest, oder? (Er kommt zu mir und ich öffne meine Haustür)

Ich: Die Frage kann ich nicht mit vollem Selbstvertrauen beantworten…

(Musik kömmt auf, während die Szene einblendet, wo ich auf meinem Laptop schreibe)

Okay, ein wenig unrealistisch, aber ich möchte wahre Geschichten hören, die das Alltagsleben wie ein Erntefeld aussehen läßt (Lk. 10:2; Mt.9:37-38), das darauf wartet, mit beidem, den einfachen und absichtsvollen Glaubenschritten, geerntet  zu werden.

Möchtest Du dies nicht?

Welcher Christ ist effektiver? Der draufgängerische Dan oder der wohlbedachte Walter?

Obwohl Paulus Schiffbrüche (Plural) und den nahen Tod durch Schläge erlebte (2 Kor. 11:25; Apg 27) , denke ich, dass er den wohlbedachten Walter wählen würde. Ich finde eine Passage von Paulus erhellend:

Das Erste und Wichtigste, wozu ich ´die Gemeinde` auffordere, ist das Gebet. Es ist unsere Aufgabe, mit Bitten, Flehen und Danken für alle Menschen einzutreten, ´insbesondere` für die Regierenden1 und alle, die eine hohe Stellung einnehmen, damit wir ungestört und in Frieden ein Leben führen können, das Gott in jeder Hinsicht ehrt und das in allen Belangen glaubwürdig ist.  In dieser Weise zu beten3 ist gut und gefällt Gott, unserem Retter, denn er will, dass alle Menschen gerettet werden und dass sie die Wahrheit erkennen. (1. Tim.2,1-4, NGÜ)

Obwohl diese Verse davon handeln, eine Regierung zu haben, die es Christen erlaubt, frei die Mission auszuleben, zu der Jesus uns berufen hat, finde ich es interessant, dass Christen als Leute angesehen werden sollten, die ein friedvolles und ruhiges Leben führen

Und unseren Weg mit Jesus in dieser Weise auszuleben ist mit seinem Wunsch verbunden, dass alle gerettet und in das Wissen der Wahrheit kommen sollen, z.B. evangelisieren.

Die Formel hier scheint so zu lauten:

friedvolles und ruhige Leben + Gottesfurcht und würdevoll in jeder Art und Weise = weit reichende Evangelisation

Versteh mich nicht falsch. Manchmal müssen wir so wie Paulus verhaftet werden. Manchmal müssen wir ein Flugzeug besteigen, um Leuten von Jesus zu erzählen. Manchmal müssen wir Ungerechtigkeit bekämpfen.

Aber es scheint, dass Paulus hier sagt (und ich denke, die Geschichte zeigt dies ebenso), dass Evangelisation  am Besten in einem friedvollen Kontext und durch Christen passiert, die sich durch Friede, Gottesfurcht und ganzheitlicher Menschenwürde auszeichnen:

Wohlbedachte Christen

Als verrückte Draufgänger charakterisiert zu werden, die regelmäßig evangelistische Stunts hinlegten und dies Glauben nannten, scheint hier nicht in Pulus’ Bild hinein zu passen.

Stell Dir vor, was eine verantwortungsvolle und wahrhaft abenteuerliche Person an meiner Stelle tun würde

Meine Priscilla (Sylvia) und ich steckten die Köpfe zusammen und hatten folgende Idee:

Wir beide mögen Bücher und mögen die Art und Weise wie Timothy Keller, der Pastor der Redeemer Presbyterian Kirche in New York seine nicht-christliche Leserschaft in seinem Buch Warum Gott? (Partnerlink) erreicht.

Es behandelt viele der skeptischen Fragen gegen das Christentum, stellt Beweise für den Glauben an den Gott der Bibel bereit, und präsentiert überzeugend die Botschaft von Jesus.

Es gibt das Buch nun in deutsch, also kauften wir zwei extra Kopien in Englisch und eins in Deutsch.

Wir wollen sie zu Weihnachten verschenken, also werden wir für 3 Nichtchristen in unserem Leben beten, die offen dafür sind so ein Buch zu lesen und darüber zu reden.

Ich würde gerne von Dir Geschichten hören, wie eine kleine Glaubenstat jemanden einen Schritt näher zu Jesus gebracht hat.

Hinterlasse einfach unten eine Nachricht oder schicke mir eine Voicemail an der rechten Seite.

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