Werft eure Zeugnisse nicht vor die Schweine (Tag 14)

by BJ on September 5, 2012

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Im Baseball gibt es eine Art von Werfer, der ‘closer’ genannt wird. Er hat einen sehr kraftvollen Arm und der Trainer setzt ihn am Ende des Spiels ein, um das Spiel zu gewinnen. Aber wenn der Trainer ihn zu früh reinbringt, kann das gegnerische Team sich an sein Tempo gewöhnen und so mehr Punkte holen.

Der ‘closer’ muss an der richtigen Stelle benutzt werden.

Meiner Meinung nach ist Dein persönliches Glaubenszeugnis, wie Du Jesus kennengelernt hast, eine Art ‘closer’. Es ist ein sehr mächtiges Mittel in evangelistischen Begegnungen, weil es das Evangelium in Deinem Leben aus erster Hand zeigt. Aber wie ein guter Trainer musst Du wissen, wann Du es einsetzt.

Als erstes möchte ich die typische christliche Meinung evaluieren, dass das persönliche Zeugis eine Art Wunderwaffe sei. Dann möchte ich von einigen biblischen Beispielen lernen, wie sie ihr Zeugnis benutzt haben.

Zeugnisse sind nicht immun gegenüber Argumenten

Ich habe dieses Argument oft gehört: “Benutze allein Dein Zeugnis in evangelistischen Begegnungen, weil keiner gegen Dein Erlebnis argumentieren kann.”

Ich mag diese Argumentationskette nicht, und zwar aus den folgenden Gründen:

Erstens: Nur weil eine Person Probleme hat, auf mein Zeugnis argumentativ zu reagieren, heißt das nicht, dass sie es auch überzeugend finden.

Klar, keiner kann verneinen, dass Deine Erfahrung wirklich stattgefunden hat, aber sie können Deine Interpretation derer ablehnen.

Sie brauchen es nur einem psychologischen Phänomen zuordnen. Vielleicht sind sie Mormonen und denken, dass der Jesus, der Dich verändert hat, der gleiche ist, an den sie glauben. Oder sie denken, dass Du einfach ein wenig verrückt bist.

Also, bevor ich mein persönliches Zeugnis erzähle, möchte ich das folgende tun, damit sie mein Zeugnis klarer hören können:

  1. Sie brauchen vielleicht viel Zeit um mich kennenzulernen und mir zu vertrauen, damit sie das, was ich glaube, klarer hören können.
  2. Ich möchte event. zuerst herausfinden, was sie glauben, bevor sie mein Zeugnis zu hören bekommen.
  3. Vielleicht ist es besser zuerst über Jesus und seine Botschaft zu reden, bevor ich von meiner eigenen Geschichte erzähle, ausser wenn Du neu im Glauben bist (siehe unten). Ellis Potter bei dem European Leadership Forum Conference dieses Jahr sagte dazu: “Lerne über den Jesus zu reden, der lange existiert hat, bevor Du geboren wurdest.”

Zweitens: Dein Zeugnis zu benutzen ist Teil einer Argumentation.

Nicht von emotionaler Art, wie ich sie mit meiner Frau habe, sondern eine Art, die Gründe hat und zu einer Schlussfolgerung führt.

Das Wort ‘Zeugnis’ ist ein Wort aus dem Rechtswesen und eine Form von Beleg, der Gründe bereitstellen soll, um einem Urteil zu glauben. Warum erzähle ich mein Zeugnis? Weil ich jemanden überzeugen möchte, ein Nachfolger Jesu zu werden.

Es ist interessant, dass in der Bibel die meisten Beispiele eines persönlichen Zeugnisses in einem rechtlichen Umfeld stattfinden. Ein blinder Mann war gerade von Jesus geheilt worden, als er vor den jüdischen Leitern stand und von Jesus bezeugte, den er nie mit eigenen Augen gesehen hatte (Joh.9). Ein anderes Beispiel ist, wo Paulus versuchte blutdürstige Juden davon zu überzeugen, dass Jesus und das Judentum zusammenpassen würden (Apg.22,1-21) und ein weiteres, wo er vor König Agrippa vor Gericht stand (Apg.26). Diese Zeugnisse wurden aus den Gründen gegeben, um zu einer ganz spezifischen Schlussfolgerung zu führen, wer Jesus war.

Zeugnisse sind nicht unbesiegbar

Genau wie im Gericht gibt es eine Menge an Wegen, wie man ein Zeugnis neutralisieren oder diskreditieren kann. Die Person kann die Fakten auschecken um sehen, ob Du lügst. Sie können herausfinden, dass Du öfters von einer Religion zur nächsten gesprungen bist.

Zeugnisse von spirituellen Erlebnissen anderer Religionen kann die Objektivität Deiner Geschichte herausfordern. Wenn Du Dein Zeugnis einem Juden, Mormonen, Buddhistin oder Atheisten während der Mittagspause erzählst, kannst Du fast erwarten, dass die Kraft Deines Zeugnisses durch ihre eigenen Zeugnisse neutralisiert wird.

Deshalb bin ich ein wenig vorsichtiger als andere mein Zeugnis als ein Wundermittel zu benutzen. Ich bin viel offener dafür über das Evangelium reden, wie es objektiv wahr ist, bevor ich mein subjektives Erlebnis anbiete.

Die Ausnahme ist wieder für solche, die neue Gläubige sind, welches mein nächster Punkt ist:

2 praktische Vorschläge, die ich aus den persönlichen Zeugnissen in der Bibel erhalte

Christen sind sofort bereit, mit ihren Zeugnisse effektive Zeugen zu sein, sobald sie Christen geworden sind. Ich habe nicht einen Moment gezögert jedem zu erzählen, wie Jesus mich gerettet hat. An demselben Abend, an dem ich gerettet wurde, ging ich nach Hause und erzählte es meiner Mutter. Dann habe ich es dem Rest meiner Familie und meinen Freunden erzählt.

Wir sehen dies auch am Beispiel von der Frau am Brunnen in Joh.4 und mit dem vielen Dämonen besessenen Mann in Mk.5,1-20. Ein persönliches Zeugnis ist die beste Herangehensweise für die Anfangsphase von einer Person in ihrem Weg mit Jesus, aber es kann nicht die einzige Methode für immer und ewig bleiben.

Als ich zuerst Christ wurde, kannte mich jeder noch in meinem Vor- Jesus Stadium. Also war mein Zeugnis enorm kraftvoll für jeden, der meiner Veränderung sah. Heutzutage wissen die meisten Leute, die ich kenne, nichts mehr davon.

Mein Zeugnis kann davon erzählen, aber sie können es nicht mehr erleben. Also muss ich weiser in der Art und Weise sein, wie ich es benutze, und muss einen Vorrat an Optionen innehaben, die Leuten helfen können, Jesus klarer zu sehen. Deshalb existiert Stein im Schuh.

Mein Zeugnis muss geprobt werden. Anfänglich ist dies nicht notwendig. Ich war so begeistert, dass Jesus in meinem Leben war, es wäre unmöglich gewesen, irgendwelchen Richtlinien zu folgen. Aber je reifer ich wurde auf meinem Weg mit Jesus, desto mehr brauchte ich Strukturen.

Den zwei persönlichen Zeugnissen von dem erfahrenen Apostel Paulus (Apg.22,1-21;26) gab er eine klare Struktur und eine 3-4 minütige Überlieferung.


Lee Strobel, einer der Autoren von den “unerwarteten Abenteuern” sagt, dass man sein Zeugnis plus Einladung aufschreiben und mit einem Zeitmesser üben sollte. Er sagt aber auch, dass man es nicht auswendig lernen sollte, weil jede Situation unterschiedlich sei.

Hier ist die vorgeschlagene Struktur:

  1. Bevor ich Jesus traf (bei Paulus: Christenverfolger)
  2. Als ich Jesus traf (bei Paulus: auf dem Weg nach Damaskus erschien ihm Jesus)
  3. Nachdem ich Jesus traf (bei Paulus: Heidenmissionar)
  4. Einladung Jesus zu begegnen (Paulus macht dies nur bei König Agrippa am Ende von Apg.26)

Lee machte mir Punkt 4 wichtig, und ich realisierte, dass ich häufig vergessen hatte, die andere Person dazu einzuladen, ein Nachfolger von Jesus zu werden. Also darf ich es nicht vergessen, dies zu üben.

Hier ist ein link zu meinem vorbereiteten Zeugnis und Einladung. Sie ist ungefähr 700 Worte lang und ich brauche ungefähr 4 Minuten um es in einem normalen Tempo durchzulesen.

Was sind Deine Gedanken dazu, Dein persönliches Zeugnis in evangelistischen Begegnungen zu verwenden? Ich lade Dich ein, eine Nachricht unten zu schreiben, oder Du kann auf ‘Nachricht senden’ drücken und eine Voicemail hinterlassen.

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