Meine Sünde Nr.1 in evangelistischen Begegnungen

by BJ on July 20, 2012

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Am Abend vom 19. September 1997 wurde ich Christ. Ich war 19 und der erste Christ in meiner Familie. Für ein Jahr oder so war ich Feuer und Flamme für Jesus. Was auch immer sich bewegte, erzählte ich  von Jesus. Es war anscheinend ein unendliches emotionales High.

Aber es endete, und so brauchte ich eine tiefere Motivation als ein intensives Gefühl um meine Familie und Freunde zu erreichen. Ohne diese fehlende Motivation betrachte ich meine Glaubensgespräche inzwischen als Sünde. Und welche ist das?

Nun, die Antwort liegt in dem größten evangelistischen Akt aller Zeiten: Der Menschwerdung.

Was meine Nummer 1 von “Warums” in der Evangelisation sein sollte.

Der größte Akt von Evangelisation ist, dass Gott Mensch wurde, um die Menschheit vor dem Weg ins Verderben zu retten. Warum? Johannes, der Schreiber des Evangeliums, gibt uns die Antwort:

Denn Gott hat der Welt seine Liebe dadurch gezeigt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, das ewige Leben hat und nicht verloren geht. (Jn 3:16, NGÜ)

Liebe.

Ohne Liebe werden meine anscheinend guten Motivationen zur Sünde:

  • Meine Begeisterung sehen zu dürfen, wie die Augen von Leuten für die Wahrheit geöffnet werden, dreht sich um ein emotionales High anstatt zu einem Fluss an Liebe in meinem Herzen für denjenigen zu werden. In anderen Worten, es dreht sich darum, etwas in mir zu füllen anstatt die Liebe in mir für den anderen zu leeren.
  • Mein Wunsch, so viele Menschen wie möglich zu erreichen, dreht sich nur noch um Zahlen. Früher habe ich dafür gebetet, dass Gott mich gebrauchen würde, um 1000 Seelen zu Christus zu führen. Das tue ich inzwischen nicht mehr. Es führt zur Manipulation. Leute sind keine Trophäen. Aber aus Liebe heraus zu handeln, motiviert mich, so viele Menschen wie möglich zu erreichen, damit sie die gleiche Freude haben können, den Jesus zu kennen, der für mich und für sie gestorben ist.
  • Mein Erleben, von Schüchternheit befreit zu werden, dreht sich mehr um den Nervenkitzel von einer Mutprobe. Letztendlich erhebe ich mich über andere Christen, denen der Mut fehlt. Wie ein Barbar. Liebe auf der anderen Seite aber füllt meine Rede mit Freundlichkeit und Respekt (1. Petr.3,15)
  • Mein Wunsch, sich an den Ideen anderer zu interessieren, könnte in zwei Arten enden:
    • Ich werde immer versuchen die beste Idee mit den besten Argumenten zu gewinnen. Dies aber schliesst ihr Herz für das Evangelium zu. Das Evangelium wird dann nämlich nur zu einer Möglichkeit unter vielen. Liebe aber zielt auf das Herz. Es nimmt freundlich (und manchmal mutig) alle Ideen weg, die Barrieren für das Evangelium sein können
    • Weil ich immer die vielen verschiedenen Positionen von einem Thema zeigen möchte, kann dies meinen Konversationspartner mit den Mögichkeiten lähmen. Liebe wird keine neuen Ideen hinzufügen, welche eine potentielle Behinderung für das Evangelium darstellen können.

Jede evangelistische Begegnung von Jesus war gleichzeitig ein Ausdruck von Liebe. – Hier klicken um zu twittern!

Das bedeutet nicht, dass er immer nur ein netter Typ war. Jesus machte für sich eine Peitsche, ging in den Tempel, stürzte alle Tische um, um um die Geldwechsler aus dem Tempel zu vertreiben, weil es ursprünglich ein Haus des Gebets sein sollte. (Joh.2,15). Er brachte sich selber auch in hitzige Diskussionen, die ihn fast getötet hätten (Joh.8, 12-59). Aber sogar in diesen, zog er Menschen zu sich selber hin.

Tipps für eine Evangelisation in Liebe:

  1. Nimm dir selber genug Zeit um mit Jesus durch den Heiligen Geist Verbindung aufzunehmen, bevor Du mit Nicht- Christen zusammen kommst. Petrus sagte, dass dies der erste Schritt sei, um bereit zu sein, über den Glauben zu reden (1. Petr.3,15). Paulus hätte noch hinzugefügt, dass, in dem man dies tut, Jesus sich in Deinem Herzen zu Hause fühlen und Dich in Liebe gründen kann (Eph.3,16-17). Für mich bedeutet das, dass ich meinen iPod 10 Minuten vor einem Treffen mit einem Nicht- Christen ausstelle.
  2. Hinterfrage Deine Motivationen in Deinen Glaubensgesprächen. Manfred Pagel, einer der demütigsten Männer Deutschlands meiner Meinung nach, stellt eine exzellente Frage für die Selbsteinschätzungen: “Liegt mir der andere am Herzen und führe ich solche Gespräche aus der Verbindung mit Gott heraus oder geht es mir um eine überzeugte Selbstverständlichkeit und eine von mir bejahte Pflicht?” (Tip 2 in 20 Tips für Glaubensgespräche). Diese Frage hilft mir zu sehen, ob ich mehr wie Jesus oder ein selbstgerechter Pharisäer in meinen evangelistischen Versuchen bin.
  3. Sei mit dem Heiligen Geist gefüllt und voller Liebe in jeder möglichen Art eines Gesprächs mit Nicht- Christen. Egal ob ich einen aggressiven Atheisten vor mir habe, das Evangelium erkläre oder über das Wochenende rede, der Geist Jesu sollte den kompletten Zugang zu mir haben, Meistens zeigt sich dies in einer überraschenden Form von “Freundlichkeit und Respekt” (1.Petr.3,:15). Der Heilige Geist kann uns verblüffende Kontrolle über unsere Gefühle geben.

Weil ich ein Sünder bin, werde ich niemals die perfekte liebende Motivation auf dieser Seite des Himmels haben, aber wegen dem, der Jesus ist, und das, was er für mich getan hat, kann ich niemals aufgeben.

Wie hat Liebe oder Sünde sich in Deinen evangelistischen Begegnungen gezeigt? Schreib mir einen Kommentar unten.

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