20 Tips für Glaubensgespräche

by BJ on April 4, 2012

By sean_hickin

Ich habe vielen einflußreichen Christen in Hamburg und in Deutschland die folgende Frage gestellt:

Welchen konkreten Tip würdest Du jemanden geben, der seine evangelistischen Glaubensgesprächen mit anderen Leuten qualitativ (nicht quantitativ) verbessern möchte?

Und ich haben mir ca. 20 Tips geschickt bekommen!  Ich habe diese Tips nach Wortzahl geordnet.  Wenn einer Dir gefällt, dann klick auf den Link, um mehr über diesen Menschen und seine Arbeit, der den Tip geschrieben hat, zu erfahren.  Trag einen Kommentar ein, wenn du noch einen Tip hast oder wenn Du einen von den 20 ergänzen möchtest…..Los geht’s!

Tip 1

 

“Höre zu, und finde heraus, was den anderen bewegt und ihm Sorge bereitet! Es gibt immer etwas. Erst dann sage, wie Jesus ihm gerade in der Sache helfen kann.”

Matthias C. Wolff, Pastor und Gemeindeleiter von der Christengemeinde Elim Hamburg e.V.: Gott begegnen-Menschen dienen

Website: www.elim-hamburg.de
Facebook: Christengemeinde-Elim-Hamburg

Tip 2

 

“K larheit in der Frage: Liegt mir der andere am Herzen und führe ich solche Gespräche aus der Verbindung mit Gott heraus oder geht es mir um eine überzeugte Selbstverständlichkeit und eine von mir bejahte Pflicht?”

Manfred Pagel, Gesamtleiter des Dünenhofs: Wo Himmel und Erde sich berühren

Website: www.duenenhof.org
Facebook: Duenenhof

Tip 3

 

“Schlechte, dumme und lahme Argumente zerstören den Glauben. Die besten Argumente schaffen aber keinen Glauben.”
In diesem Sinne ist es m.E. wichtig qualitativ gute Argumente für den Glauben zu haben, in dem Bewusstsein, dass nur Gott überzeugt.”

Daniel Bartz, Pastor des Hamburg Projekts: Kirche für die Stadt

Website: www.hamburgprojekt.de

Tip 4

 

“A rbeite an Deiner Persönlichkeit, an Deinem Charakter, an Deinen Verletzungen und komm Dir auf die Schliche. Wenn Du ehrlicher, authentischer, barmherziger und gelassener wirst, hat das „automatische“ Auswirkungen auf Deinen missionarischen Lebensstil.”

Arno Backhaus: studierter Sozialarbeiter, aktiver Liedermacher, fröhlicher E-fun-gelist, hinreißender AD(H)Sler, motivierender Arno-mateur, eine echte Kinderüberraschung, ganzheitlicher Missio-Narr, spontaner Situationsmanager, sprühender Idee-alist, erfüllter Christ, leidenschaftlicher Hauskreisleiter, 30jähriger Bauchladen-Besitzer, schreibender Bestsellerautor, verrückter Aktionskünstler, fleißiger T-Shirt-Drucker, ehemaliger Gemeindegründer, begeisterter Himmelskomiker, kreativer Spielerfinder, merkwürdiger Au-Tor, engagierter Kreaktivist, 61jähriger Jungscharleiter, alles andere als arnonym.

Website: www.arno-backhaus.de

Tip 5

 

“Höre gut zu, was der Gesprächspartner persönlich aktuell glaubt. Beispiel: Wenn ich mit einem Muslim spreche, ist es sicher von Vorteil, einige grundlegende Informationen über den Islam zu haben. Aber es mindestens genauso wichtig und hilfreich, zu verstehen, was der konkrete Muslim persönlich glaubt (und was nicht), weil es DEN Islam nicht gibt.”

Titus Vogt, Prodekan des Martin Bucer Seminars: Bibeltreu-Allianzgesinnt-Reformatorisch

Website: www.bucer.eu

Tip 6

 

“Finde (unter der Leitung des Heiligen Geistes) in dem Gespräch heraus, was der eigentliche (nicht unbedingt vordergründige) Grund ist, den dein Gegenüber davon abhält, Christus in seinem Leben zu vertrauen. Spreche ihn sensibel aber möglichst konkret auf diesen Punkt an. So hat es Jesus auch gemacht (Joh 3,5; Joh 4,17.18; Lk 18,22; Lk 19,5).

Markus Endlich, Pastor des FEG Holstenwalls

Website: www.feg-holstenwall.de
Facebook: Freie evangelische Gemeinde Hamburg Holstenwall

Tip 7


“Um mit Menschen über den Glauben zu sprechen, ist es vor allem wichtig, der Botschaft des Evangeliums treu zu bleiben. “Pragmatische Methoden” oder sogenannte “Gemeindewachstumsprinzipien”, die unsere Botschaft an die Bedürfnisse der Menschen anpassen wollen, haben mehr geschadet als geholfen. Das schließt nicht aus, dass der Heilige Geist uns zeigen kann, wie wir das Evangelium kreativ und lebendig weitergeben können.”

Georg Walter, Autor und Betreiber des Blogs Distomos: Der Blog ist apologetisch ausgerichtet und berichtet über die Ereignisse des Zeitgeschehens und über den verführende Zeitgeist dieser Tage.

Blog: www.distomos.blogspot.de

Tip 8

 

“Mehr zuhören, weniger selber erzählen. Wenn den Mund aufmachen, dann Fragen stellend. Jesus hat immerzu Fragen gestellt. Wir Christen sind so gut darin, den Menschen Antworten auf nicht gestellte Fragen zu geben. Darum finde ich es enorm wichtig, dem Gegenüber erst mal zuzuhören und sich ihm über Fragen über sein Leben, seine Befindlichkeit etc. auszutauschen. Echtes Interesse für den Gesprächspartner entwickeln und nicht nur eine Botschaft beim anderen platzieren wollen …”

Eva Jung, Creative Direction von godnews.de: ein bunter Ideenpool mit Tiefgang und neuen geistlichen Impulsen zum Thema Gott, Bibel, Design, Kunst und Medien. Fresh inspiration.

Website: www.godnews.de
Facebook: godnews
Twitter: @godnews_de

Tip 9

 

“Work on your listening skills. At times I am so keen to have my say, I don’t listen to the other person. For example, I like to ask people the question: ‘Are you a good person?’ My goal is to take them to the Law and show them God’s standard, but often I don’t listen seriously to the answers people give. If I am to follow the example of Jesus in say, Luke 18:18-23 in his conversation with the rich young ruler, I find that Jesus listens very closely to what the man says and he frames his responses and further questions to that. God gave us one mouth and two ears – and we should use them in that ratio.”

Dave Stemmet, Senior Pastor von der International Baptist Church of Hamburg: Leading different people from different places into one faith

Website: www.ibc-hamburg.de
Facebook: IBC-Hamburg

 Tip 10, 11, und 12

 

“Zuhören – das Gegenüber ernst nehmen – nicht immer sofort zu kontern versuchen – ausreden lassen. Hören, was sein Anliegen ist.”

 

“Vorbereitet sein und seine Grenzen kennen. Es gibt viel gute Literatur über allerlei Anfragen an den christlichen Glauben. Nehme ich diese Anfragen meines Gegenübers ernst und suche ich nach Antworten? Wenn ich mich mit etwas noch nicht beschäftigt habe, darf ich aber durchaus auch Wissens- und Verständnislücken zeigen und sagen: “Reden wir später noch mal darüber”.”

 

“Fragen: Meint mein Gegenüber es ernst? Wenn nicht: Kann ich ihm was sagen, das ihn ernst werden lässt? Wenn wiederum nicht sollte man sich überlegen, ob das Gespräch so sinnvoll ist.”

Simon Arnold, sein Blog: www.unwisesheep.org: Es ist eine Ansammlung von selbstübersetzten Videos, Buchrezensionen, eigenen Gedanken und Medienvorstellungen aus der christlichen Welt

Website: www.unwisesheep.org
Youtube: unwise sheep
Vimeo: Unwise Sheep on vimeo

Tip 13 und 14

 

“Trachte zuerst danach Gott zu erkennen, und ihn allein zu suchen und zu ehren, und bevor du da raus gehst und mit Leuten sprichst, sei viel allein mit IHM im Wort und Gebet. Studiere genau und gründlich, wie unser HERR und seine Apostel mit den Leuten damals gesprochen haben (besonders Paulus, halte dich an 1. Korinther 1-4 und lerne von ihm), und dann bitte GOTT um Gelegenheiten und das rechte Wort vom Kreuz.”

 

“Rede nicht über Dinge, die in deinem Leben noch keine Realität geworden sind.”

 

Sören und Markus von dem Blog Glaube aktive: Hilfreiches zu Evangelium, Lehre, Literatur

Website: www.glaube-aktiv.de

Tip 15 und 16

 

“Erstmal laaaange zu hören, dann checken, ob man sich richtig verstanden hat, und dann nochmal laaaaaaange zu hören. Missverständnisse können jedes tiefe Gespräch killen.”

“Ein derartiger “Kampfmodus” macht eine Unterhaltung über Inhalte nahezu unmöglich. Deswegen also folgende Vorschläge:
1. Sich der Wahrnehmung der eigenen und anderen Person bewusst werden.
2. Kampfmodus ausschalten. Keine Angst vor dem anderen haben, und keine Ängste schüren.
3. Zuhören, die andere Person verstehen wollen und ernst nehmen.
4. Es muss nicht alles, was man für richtig hält, innerhalb eines Gesprächs untergebracht werden. Lieber noch mal später auf einen Kaffee treffen und, die Beziehung vertiefen und nur das das sagen, was auch wirklich gerade dran ist. Man ist einfach auch auf den richtigen Moment angewiesen, und dafür muss man beten.
Paulus hat es wohl auf den Punkt gebracht in Kolosser 4,5 ” Verhaltet euch klug im Umgang mit denen, die nicht zur Gemeinde gehören. Wenn sich euch eine Gelegenheit bietet, euren Glauben zu bezeugen, dann macht davon Gebrauch.” (NGÜ)”

Christian Bach, Pastor bei International Baptist Church of Hamburg

Tip 17

 

“Ich halte es für wichtig ” nicht über das hinaus [zu denken], was geschrieben ist, damit ihr euch nicht aufbläht für den einen, gegen den anderen” (1.Kor 4,6b). Bei der Evangeliumsverkündigung scheint mir dies eine vergessene Grundlage zu sein. Es gibt viele Verfälschungen (Social-Gospel, etc.), die der Verkündigung Christi und seiner Apostel fremd waren. Paulus warnt vor Verfälschungen (Gal 1,8f). Ich sehe eine Definition für Evangelium in 1.Kor 15,1-5.

Folgende Dinge kennzeichnen nach meiner Auffassung das hier definierte Evangelium:

  • Christus ist für unsere Sünden gestorben, nach den Schriften (V3)
  • er wurde begraben und auferweckt am dritten Tag, nach den Schriften (V4)
  • er erschien Kephas und dann den Zwölfen (V5)

Die Auswirkungen zeigt Paulus auch:

  • Das Evangelium wird verkündet (V1, s.auch Rö 10,14ff)
  • Es muss angenommen werden (V1)
  • Man bleibt/ steht darin (V1 im Gegensatz dazu die Galater, besonders Kap 1)
  • Man wird dadurch errettet, wenn Punkt 3 umgesetzt wird, bis zum Ende des Glaubenskampfes (Phil 1,27ff/ 1.Tim 6,12/ Paulus als Beispiel 2.Tim 4,7) /  des Rennen in der Rennbahn des Glaubens (1.Kor 9,24 / Hebr 12,1+2)”

Michael Töws von Timotheus: ein bibeltreues, reformatorisches und überkonfessionelles Magazin, herausgegeben von freikirchlichen evangelischen Christen.

Website: www.timotheusmagazin.de
Facebook: timotheusmagazin
Twitter: @timotheusmag

Mindestens 18 bis 20 von David Schäfer

 

Wie kann man qualitativ bessere Glaubensgespräche haben?
Vorweg eine Bemerkung, die wichtig zur Einordnung ist:
Mein Ziel ist, dass Menschen zu Jüngern werden und selbst hingehen und andere Menschen für Jesus gewinnen und zu Jüngern machen, die wiederum dasselbe tun.
Daher möchte ich in einem Gespräch einen Prozess anstoßen, der deutlich weiter geht als das Ziel, dass Menschen aufgrund des Gespräches, vielleicht sogar direkt in dem Gespräch, ihr Leben Jesus geben. Was ich suche sind Menschen, denen ich die Größe und Güte Gottes zeigen kann und die Interesse haben, Jesus persönlich kennen zu lernen. Das passiert dann in der Regel in Bibelstudiengruppen bei den Leuten zu Hause, in denen wir uns mit Texten über Jesus beschäftigen. Das heißt im Normalfall: Jüngerschaft fängt bereits vor der Bekehrung an und geht nach einem Punkt der Entscheidung einfach nahtlos weiter.

Daher ist für mich eher die Frage relevant: Wie kann ich für Jesus Interessierte finden oder wie kann ich dieses Interesse in Menschen wecken?
Ich unterscheide da zwischen normalen und apostolischen Beziehungen. Für die einen bin ich da, helfe ihnen oder tue Gutes und will ein Segen in ihrem Leben sein, in den normalen Beziehungen bleibe ich, egal ob geistliche Offenheit entsteht oder nicht. Für die anderen bin ich mehr Botschafter und komme von außen und bleibe “Durchreisender”. In beiden Fällen ist für mich der stärkste Zugang Gebet. Nach vielen Gesprächen und Diskussionen über den Glauben habe ich aufgehört auf Apologetik zu setzen. Viel mehr frage ich Menschen, wie ich für sie beten kann. Ich erlebe hier eine viel größere Offenheit als in sonstigen Gesprächen über Gott.

Ich sage zum Beispiel: Ich bete regelmäßig für dich (oder euch), gibt es etwas, für das ich konkret beten kann?
Ersteres ist keine Floskel, da ich mir es angewöhnt habe, regelmäßig für meine Freunde zu beten. Und auf die Frage habe ich noch nie Ablehnendes erlebt. Menschen sind überrascht, dass ich für sie bete und freuen sich in der Regel darüber. Wenn der Person nichts einfällt, stelle ich gern folgende Frage: Wenn Gott in deinem (oder eurem) Leben ein Wunder tun sollte, was wäre es? Denn genau dafür möchte ich beten: Etwas, wo Gott seine Kraft und Liebe zeigen muss, damit Menschen sehen, wie gut er ist.

Wenn Menschen dann erleben, dass Gott dieses Gebet beantwortet, sind sie meist viel offener, diesen Gott auch näher kennen zu lernen. In diesem Fall frage ich, ob wir einen Bibelkreis bei ihnen zu Hause beginnen können.
Letztlich wähle ich diesen Weg sowohl in normalen Beziehungen als auch im Kontakt mit Menschen, zu denen ich hingesandt bin.
Insgesamt orientiere ich mich am Vorbild von Jesus in Mt9:35-10:15 und Luk 10:

  • Das Herz von Jesus für Menschen bekommen
  • Für Arbeiter beten (die aus der Ernte für die Ernte kommen)
  • Hingehen zu den Leuten
  • Gutes tun (diakonisch oder übernatürlich) und vom Evangelium erzählen
  • Bei offenen Personen (Personen des Friedens) bleiben
  • Diese dann ausrüsten, dass sie ihrerseits in ihren normalen Beziehungen diesen Prozess anstoßen (apostolisch Berufene & Begabte werden ihrerseits auch wieder rausgehen und Leute aufsuchen, die sie noch nicht kennen.

David Schäfer, Hamburg – organischegemeinde.de

Image Source

  • http://www.soli-deo-gloria.net Simon Mayer

    Hier noch ein weiterer Tipp, den ich leider zu spät abgeschickt habe, so dass er es nicht mehr in den Beitrag geschafft hat:

    In evangelistischen Glaubensgesprächen geht es darum, den anderen durch die Kraft des Heiligen Geistes von der Wahrheit des Evangeliums zu überzeugen. Deshalb ist die wichtigste Frage, die wir uns zuerst stellen müssen: “Was ist eigentlich genau das Evangelium?” Erst wenn wir es selber in seiner Fülle verstanden haben, werden wir es auch richtig kommunizieren können. Sinnvoll ist hierbei auch sich im Klaren darüber zu sein, was das Evangelium nicht ist. Halbwahrheiten über Gott und den Menschen sind eine der größten Gefahren, denen wir entgegen treten müssen. Der sicherste Weg ist und bleibt, Gottes Wort für sich selbst sprechen zu lassen – es wird vollbringen wozu es gesandt ist (Jes. 55,11).

    Und passend dazu ein Buchtipp: “Was ist das Evangelium?” von Greg Gilbert

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